Flötenchor feiert 50. Geburtstag

Flötenchor
Bildrechte Christuskirche Burgkunstadt
Die Christuskirche war am Sonntag, den 21. Juni 2026 bis auf den letzten Platz gefüllt: Der Flötenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Burgkunstadt feierte sein 50-jähriges Bestehen — und machte dieses Jubiläum zu einem Abend voller Klang, lebendiger Erinnerung und sichtbarer Gemeinschaft. Rundum gelungene Programmpunkte, eine Bilderpräsentation vor dem Altar und bewegende Grußworte zeichneten das Fest aus; besonders die Anwesenheit zahlreicher ehemaliger Mitglieder verlieh dem Konzert einen familiären Klang.
Die barocken Tänze von Tylman Susato füllten den Raum bereits zum Auftakt mit klaren, vielstimmigen Holzklängen und setzten den Ton für einen Abend, der musikalisch durch fünf Jahrzehnte Chorgeschichte führte — von Bach und Boismortier über Jakob de Haan bis zu Gospels und Pop-Songs. Das Programm ließ die Vielfalt der Besetzung eindrücklich zur Geltung kommen und zeigte, wie viel Klangfarbe und Ausdruck in einem reinen Flötenensemble stecken.
Ehemalige kehren zurück
Normalerweise zählt der Flötenchor etwa 20 Musikerinnen und Musiker. Zum Jubiläumskonzert aber erlebte das Publikum etwas Besonderes: Der Klangkörper war auf gut das Doppelte angewachsen. Knapp 20 ehemalige Mitglieder hatten sich entschlossen, nicht nur dem Fest beizuwohnen, sondern aktiv mit ihrer Flöte mitzuwirken. Viele von ihnen hatten über Jahre hinweg nicht mehr regelmäßig geübt; intensive Proben an den beiden vorangegangenen Tagen kompensierten dies jedoch eindrucksvoll. Unter der Leitung von Susi Schliefer formte sich aus dem heterogenen Teilnehmerfeld in kurzer Zeit ein erstaunlich homogenes Klangbild. Die Leistung war dabei nicht nur ein Beleg für musikalische Professionalität, sondern vor allem für die große Freude am gemeinsamen Musizieren — und die Probentage boten zusätzlich reichlich Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen und die Vergangenheit in der Musik gegenwärtig werden zu lassen.
Besonders bewegend waren die Grußworte zweier Chorleiter. Gründer Pfarrer Rudolf Ranzenberger erinnerte an die Anfänge 1976 und lobte vor allem den langen Atem und die musikalische Professionalität von Susi Schliefer in den vergangenen 29 Jahren. „Dank ihr ist die Gründungsidee des Chores — Musik als Dienst und musikalisches Lob Gottes — bis heute lebendig geblieben“; so Ranzenberger. Ulrich May, der die Leitung in einer Übergangszeit innehatte, durfte sich an diesem Abend zurücklehnen und das Jubiläumskonzert auch als großes Ständchen für seinen Geburtstag am Sonntag wahrnehmen. 
Im Mittelpunkt stand jedoch Susi Schliefer: Als ausgebildete Musikerin und langjährige Chorleiterin hat sie den Klang verfeinert, die Jugendarbeit verstärkt und das Niveau des Ensembles kontinuierlich gehoben. In ihrem Grußwort zeigte sich Susi Schliefer sich erfreut und dankbar: „Der Chor bereitet mir seit 29 Jahren unglaublich große Freude!“ Dabei betonte sie, ebenso wie Rudolf Ranzenberger zuvor, dass die musikalische Bedeutung der Blockflöte in diesem Ensemble längst mehr sei als ein Instrument zur musikalischen Früherziehung. Als sichtbares Dankeschön für 29 Jahre Engagement, musikalisches Können und Geduld überreichte der Kirchenvorstand Susi Schliefer Blumen und einen Konzertgutschein. Dankesworte und einen Wellness-Gutschein überreichten auch die Mitglieder des Chores an ihre Leiterin.
Heinz Geyer, ehemaliger Pfarrer der Gemeinde, würdigte die Bekanntheit und die Verwurzelung des Chores im Gemeindeleben und hob hervor, dass das Ensemble in der Region als großes, qualitativ hochwertiges und zugleich warmes Klangkollektiv geschätzt werde. Seine Worte rückten die enge Verbindung des Chores zur Gemeinde und zur liturgischen Praxis in den Mittelpunkt.
Ein besonderer Abschnitt des Abends war den Ehrungen gewidmet. Sowohl der Kirchenvorstand als auch die Chorleiterin übermittelten Dankesworte beziehungsweise ein kleines Präsent für das außergewöhnliche Engagement dieser Chormitglieder. Und auch das Publikum zollte den Musikerinnen und Musikern mit langem Applaus große Anerkennung.  
„Nachwuchs“ mit Zukunftsperspektive
Die „Flötenmäuse“ im Grundschulalter zeigten unter der Leitung von Julia Fraunholz in einem eigenen Programmblock, wie behutsam und erfolgversprechend der Nachwuchs in die Chorarbeit eingebunden wird. Dieses Bild der Kontinuität war wichtig: Die intensive Ausbildungsarbeit, die seit den Gründertagen des Chores betrieben wird, macht deutlich, weshalb das Ensemble auch künftig über soliden musikalischen Nachwuchs verfügen wird.
Gewaltige Resonanz trotz Hitze — ein Beleg für die Wertschätzung
Trotz tropischer Temperaturen war die Resonanz überwältigend: Die Christuskirche war voll besetzt; das Publikum spendete immer wieder begeistert Applaus. Mit Richard Roblees „We’re on Our Way“ endete ein Abend, der daran erinnerte, dass Musik Wege öffnet und Menschen verbindet — und der die Hoffnung säte, dass die Wege des Flötenchores auch in den kommenden Jahrzehnten immer wieder zusammenführen werden.
Die geehrten aktiven Mitglieder des Flötenchores (inkl. Anzahl der Jahre):
Annette Oßmann — 50 Jahre (Gründungsmitglied)
Carmen Fengler (40)
Rita Vonbrunn (38)
Carita Müller (25)
Iris Fleischmann (22)
Andrea Baier (21)
Hannes Baier (21)
Maria Schmidt (21)
Sabrina Schmidt (21)
Angelika Volk (20)
-mts-

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