Es roch nach Kreuzkümmel und Heimat zugleich: Gewürze, frische Kräuter, das leise Klappern von Tellern und vor allem fröhliche Gespräche erfüllten am Sonntag, den 28. Juni 2026 das Gemeindehaus im Schatten der Christuskirche. Das Café Dialog, das Begegnungscafé der Kirchengemeinde, hatte zum Internationalen Mittagsbuffet eingeladen — ein Dankeschön der Geflüchteten an die Kirchengemeinde, die Stadt und an die Menschen, die ihnen in den letzten Jahren zur Seite standen. Trotz tropischer Temperaturen strömten zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Gemeinde und der Region ins Haus und auf den Außenbereich; der Saal und die Terrasse waren bis auf den letzten Platz besetzt.
Über Tage hinweg hatten Geflüchtete aus Syrien, Irak, Iran und weiteren Ländern gemeinsam mit Angelika Geyer und dem Team des Café Dialogs gekocht, dekoriert und vorbereitet. Das Ergebnis war ein farbenfrohes, vielfältiges Buffet: arabische, persische, deutsche, italienische und weitere Speisen reihten sich aneinander und luden zu einer kulinarischen Reise ein. Besonders berührend war, dass die Geflüchteten an diesem Tag selbst zu liebevollen Gastgebern wurden — Menschen, die sonst oft Unterstützung erhalten, empfingen nun mit großer Herzlichkeit und sichtbarer Freude diejenigen, die ihnen eine neue Heimat bieten.
In ihrer Begrüßungsansprache skizzierte Angelika Geyer die Bedeutung des Begegnungsortes: „Das Café Dialog ist mehr als ein Treffpunkt - es ist Anlaufstelle, Beratungsort und Lern- und Lebensort zugleich.“ Von der Hilfe bei Behördenangelegenheiten über Sprachunterricht, Computerkurse, Schwimm- und Erste-Hilfe-Kurse bis hin zu gemeinsamen Kochaktionen und Festen — die Bandbreite der Angebote ist groß. „Dieses Café ist wichtig: Es zeigt, wie Menschen unterschiedlichster Nationalität miteinander leben können. Es zeigt: Integration ist möglich! In Burgkunstadt leben und arbeiten schon viele „unserer“ Leute, sie sind in Vereinen und engagieren sich ehrenamtlich“, erklärte Angelika Geyer und sprach somit die Motivation hinter dem internationalen Mittagsbuffet an: „Dieses Essen kommt von Herzen“, sagte sie und erinnerte zugleich daran, dass die politische Lage die Arbeit immer schwerer macht: Kürzungen bei Fördermitteln, schrumpfende Angebote an Deutschkursen und die immer wieder drohende Abschiebung gut integrierter Menschen stellten nachdrücklich die Frage nach der Zukunft solcher Angebote.
Ein kraftvolles politisches Zeichen setzte in diesem Zusammenhang aber Burgkunstadts neue Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen mit ihrem Besuch. Ihre sowie die Anwesenheit weiterer Stadträte wurde als Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit des Café Dialogs verstanden und verstärkte die positive Stimmung des Tages. Auch Ernst Müller, Mitarbeiter des Begegnungscafés, nutzte den Anlass, um im Namen des Teams Angelika Geyer ausdrücklich zu danken: Ohne ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz wäre das Café Dialog nicht entstanden und die tägliche Arbeit des Teams undenkbar, so Müllers Worte — begleitet von großem Beifall.
Die gemeinsame Vorbereitung und die intensiven Probekochtage hatten noch einen weiteren Effekt: Viele Gespräche entstanden am Buffet, Menschen kamen ins Erzählen, lachten, fragten nach Rezepten und Lebensläufen. Gerade diese persönliche Begegnung zeigte, wie Integration im Kleinen gelingt — durch Austausch, gemeinsame Erlebnisse und das Teilen von Alltäglichem. Der Tag war deshalb ein Paradebeispiel dafür, wie Nähe und Vertrauen entstehen können.
Besonders erfreulich war die breite Unterstützung: Neben persönlicher Anerkennung gingen großzügige Spenden ein, die die Arbeit des Begegnungscafés unmittelbar fördern werden. Für das Team war dies ein wichtiges Signal. Die Aktion „Internationales Mittagsbuffet“ war somit ein deutliches Zeichen dafür, dass Begegnung und Integration in Burgkunstadt sichtbar gelebt werden.
Zum Abschluss blieb die Erkenntnis, dass Orte wie das Café Dialog Brückenbauer sind. Die Geflüchteten, die an diesem Tag zu Gastgebern wurden, zeigten, wie Integration konkret und lebensnah funktionieren kann. Und dennoch blieb bei aller Freude die von Sorge getragene Botschaft an diesem Tag nicht ungehört: Damit diese Brücken Bestand haben, braucht es politische Unterstützung und vor allem eine Gemeinschaft, die weiterhin zusammenhält.